Die keusche Witwe

Die keusche Witwe - Lope de VegaEine romantische Liebesgeschichte, ein abenteuerliches Mantel-und-Degen-Spektakel und eine fröhliche Verwechslungkomödie - im Oktober und November 2012 in der Werkbühne Kronach.

Zum 450. Geburtstag von Lope de Vega präsentieren die Faust-Festspiele im Oktober und November 2012 in der Werkbühne Kronach eine der typischen Komödien des Dichters - nämlich das heitere Lustspiel „Die keusche Witwe“.

Die Witwe Leonarda lebt allein und zuückgezogen in ihrem Haus, denn sie trauert um ihren verstorbenen Mann und möchte niemals mehr einen anderen Mann kennenlernen. Auf einem Spaziergang hat sie sich aber in den edlen Herrn Camillo verliebt. Deshalb ersinnt sie einen Plan, um Camillo heimlich in ihr Haus zu locken. Sie beauftragt ihren Diener, Camillo davon zu überzeugen, zu einem heimlichen Treffen zu ihr zu kommen - alerdings nur unter der Bedingung, dass das Treffen in absoluter Dunkelheit stattfindet und Camillo niemals erfahren darf, wer die schöne Dame ist, die er trifft. Camillo lässt sich auf das Spiel ein und verliebt sich in die Frau, die er niemals sehen darf.

Leonardas Haus allerdings wird belagert von eifersüchtigen Verehrern, die die schöne Witwe unbedingt erobern wollen. Die Freier, die bemerken, dass Leonarda offensichtlich heimlich Besuch bekommt, setzen nun alles daran, den neuen Mitbewerber aus dem Weg zu räumen und der keuschen Witwe Unkeuschheit nachzuweisen.

Da aber keiner der Beteiligten wirklich weiß, mit wem er es zu tun hat, kommt es zu einigen turbulenten Überraschungen, nächtlichen Degenkämpfen, Überfällen und äußerst komischen Verwicklungen.

Und als Camillo das Spiel endlich beenden will - weil er rettungslos verliebt ist in jene dunkle Dame, die er noch nie erblickt hat - da muss Leonarda, die keusche Witwe eine Entscheidung treffen …

„Die keusche Witwe“ ist eine fröhliche kleine Komödie, ein klassisches Mantel-und-Degen- Spektakel, das eine romantische Liebesgeschichte mit vielen Abenteuer-Elementen und komischen Einlagen verbindet. Denn es gibt da nicht nur die edlen Liebenden, sondern auch einen pfiffigen Diener, eine schlaue Zofe und zwei eifersüchtige und recht trottelige Verehrer, die für allerhand Verwirrung und Unruhe sorgen … Spaß und Romantik sind garantiert!

 

LOPE DE VEGA

Lope de Vega, spanischer DichterFelix Lope de Vega Carpia wurde am 25. November 1526 in Madrid geboren. Nach Absolvierung der Jesuitenschule studierte er Theologie. Zeit seines Lebens war er in Abenteuer, Skandale und Liebesaffären verwickelt. 1588 wurde er wegen Schmähschriften für einige Jahre aus Madrid verbannt, heiratete und zog kurze Zeit nach der Eheschließung als Freiwilliger mit der Armada Philipps II. gegen England. 1590 wurde er kurzfristig Sekretär des Herzogs von Alba, 1604 Sekretär des Herzogs von Sessa, dem er vor allem in amourösen Angelegenheit diente.

Lope de Vega war zweimal verheiratet, führte mitunter gleichzeitig zwei Hausstände und hatte zahlreiche legitime und illegitime Kinder. Nach dem Tod seines Lieblingssohnes und seiner zweiten Frau eruchte er um Aufnahme in den geistlichen Stand und wurde 1614 zum Priester geweiht, ohne allerdings seine Lebensführung grundsätzlich zu ändern. Papst Urban VIII. verlieh ihm 1627 den theologischen Doktorgrad. Lope de Vega starb am 27. August 1635 in seiner Heimatstadt Madrid.

Lope de Vega gilt als Meister und eigentlicher Schöpfer des spanischen Dramas. Er ist der fruchtbarste Dramatiker der Weltliteratur: 470 Stücke sind überliefert, er selbst schätzte die Zahl seiner Bühnenwerke auf 1500. Unerschöpflich in seiner Fantasie und Erfindungsgabe, wandelte er bestimmte Situationen und Themen in vielfältigen Variationen ab, wobei allerdings oft die Virtuosität den dichterischen Tiefgang ersetzte. Seine Stücke kreisen um Liebe, Eifersucht und Ehre, Maskierung und Verstellung sind ihr Motor, Lebensfreude ihr Element. In nahem Kontakt mit seinem Publikum, das ihn vergötterte, entfachte er in Spanien eine wahre Komödien-Manie.

Zugleich gab er dem Schauspiel und der Komödie eine Form, die die spanische Dramatik über ein Jahrhundert hinaus prägte: Den Vers und die Einteilung in drei Akte, die zwar die Einheit der Handlung, nicht aber die des Ortes und der Zeit beachteten. Seine Volkstümlichkeit wurde ebenso von seinen historischen Schauspielen wie von seinen Komödien begründet.